Globaler langfristiger Zinssatz

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Dani Näf
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Hallo zusammen

Ich brauche für meine Arbeit einen globalen, langfristigen Zinssatz (10-20 Jahre), denn ich auch gut begründen kann. Ich kenne mich da leider gar nicht aus. Meine Idee wäre, den Zinssatz von US-Staatsanleihen zu nehmen. Macht das Sinn?

Wenn ja, kann ich einfach von dieser Seite
http://www.bloomberg.com/markets/rates/index.html
den Coupon für 10-Year nehmen?

Danke im voraus.

Edit: Scheint mir keine gute Idee zu sein ... Oder? Und welche Alternativen gäbe es?

schomi
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AW: Globaler langfristiger Zinssatz

Alternativen kann ich dir so auf die schnelle keine bieten, aber ein zwei Punkte, die du bedenken solltest.

Unterschied reale oder einen nominale Zinsen

Falls du bei den US-Staatsanleihen bleibst, müsstest du sie allenfalls noch um die Inflation bereinigen, um reale Zinsen zu erhalten.
Wenn du dann davon ausgehst, dass der reale Wechselkurs zwischen den Währungen konstant ist (was ja wenn überhaupt eher in der langen Frist, was mit 10 Jahren ganz ok sein kann), dann müssen auch die realzinsen überall gleich hoch sein (r-r^*= Delta realer Wechselkurs).

Ich finde, dass du mit dem US-Staatsanleihen globale reale Zinsen unter der genannten Annahme realtiv gut approximieren kannst. (Keine Garantie allerdings...)

Wenn du allerdings mit nominalen Zinsen arbeitest, wird das eher problematisch, da die US-Nominalzinsen dann eher eine schlechte globale approximation sind, da die Inflation unterschiedlich ist.

Du könntest allerdings anhand der US-Staatsanleihen versuchen den realen globalen Zins zu approximieren und dann eine weltweite Infaltionsrate (einen gewichteten Durchschnitt?) draufsetzen um globale nominale Zinsen zu erhalten.

Ob das methodisch korrekt, bzw. anerkannt ist, weiss ich nicht. Aber für mich macht das eigentlich noch Sinn und ich sehe auf die schnelle auch keine Widersprüche.

Gruss

Dani Näf
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AW: Globaler langfristiger Zinssatz

Danke für die Antwort!

Ich habe mittlerweilen eine einfache Alternative gefunden, ich übernehme einfach einen Zinssatz aus der Literatur ... Toll, dass ich wieder einmal zuerst die schwierige Idee hatte :-P

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Daniel Näf
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Walter
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AW: Globaler langfristiger Zinssatz

So wie ich das in der Vorlesung Fixed Income entnommen habe, kann für die globale Risk-free rate eine zehnjährige T-Note verwendet werden. Was ich dir aber nicht unbedingt empfehlen würde, ist die Inflation irgendwie versuchen herauszurechnen. Ist enorm kompliziert und kommt sowieso falsch raus (habe ich jedenfalls so in Erinnerung).
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schomi
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AW: Globaler langfristiger Zinssatz

Walter Fasler schrieb:
und kommt sowieso falsch raus (habe ich jedenfalls so in Erinnerung)

weil's falsch ist, odr weil man fehler macht?

Walter
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AW: Globaler langfristiger Zinssatz

Es gibt zwar Inflationsbereinigte Anleihen, aber die gelten soweit ich weiss nur kurzfristig (oder haben nur kurzfristige Laufzeit).

Ja ich glaub die Inflation wird systematisch falsch geschätzt...
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schomi
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AW: Globaler langfristiger Zinssatz

interessant...die generation vo ökonome isch scho schlächt! :-D

Walter
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Jetzt weisst du, was du zu tun hast...

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schomi
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AW: Globaler langfristiger Zinssatz

Berentsen ne mail schreiben? ;-)

nicht so mein interessengebiet, aber schon interessant!

Marty Bishop
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AW: Globaler langfristiger Zinssatz

1) DNaef hat in seinem Post nie erwähnt, ob er nominale oder reale Renditen will. Wenn er schreibt, dass er US-Staatsanleihen erwähnt, muss man aber davon ausgehen, dass er den nominalen Satz meint.
Also ist hier die Diskussion über Inflation und Inflationsbereinigung mehr oder weniger hinfällig.

2) Nie Coupons nehmen, immer yield-to-maturities, wenn man Bond-Renditen verwendet: die Marktteilnehmer bewerten einen Bond über seinen Preis. Bei fixem Coupon, fixer Restlaufzeit und fixem, zu Ende rückbezahltem Nominalwert (Bullet-Bond) wird in die yield-to-maturity (interner Zins) die reale Rendite, sowie Default- und Liquiditätsrisikoprämie eingepreist:
Als Beispiel:
Eine Firma, zwei Bonds, gleiche Laufzeit, gleiche "Nebenbedingungen" (etwa Seniorität, day-count-conventions, Coupon-Modalitäten). Ein Bond hat Coupon 10%, der andere hat Coupon 5%. Der 10ner wird einfach teurer sein als der 5er. Die ytm bleibt aber gleich (ausser wenn die Investoren 5% Coupons z.B. aus steuerlichen Gründen 10% Coupons vorziehen. Dann müsste die Rendite vom 5er etwas tiefer sein.

3) Zu US-Treasury Fixed Income Papieren:
Renditen von US-Treasuries sind aus mehreren Gründen systematisch zu tief. Gründe:
- Gewisse Finanzinstitute (viele Pensions Funds) müssen US-Treasuries im Portfolio haben
- Diese Papiere haben eine sehr kleine Risikogewichtung (vgl. etwa Basel II) und müssen daher mit wenig Eigenkapital-Anteil unterlegt sein
- US-Treasuries sind steuerlich bevorzugt behandelt. So wird in den US Coupon-Zahlungen auf State Level nicht besteuert: Der Zins erscheint also in den steuerlichen Erfolgsrechnung überhaupt nicht als Einkommen sondern nur in der Book-Erfolgsrechnung.

4) Eine alternative wäre einen Swap-Satz zu verwenden: Synthetisches Instrument, ohne Liquiditäts-Verknappung. Swap-Satz ist aus dem kfr. Libor, oder Euribor, abgeleitet. In diesem Satz allerdings widerspiegelt sich das den Banken inhärente Risiko, auf deren Angaben sich die Sätze jeden Tag berechnen: wenn es den Banken schlecht geht, dann schnellen die Sätze in die Höhe und reissen die Swap-Sätze mit. In der jüngsten Bankenkrise kam es immer wieder mal vor, dass beispielsweise die Swap-Sätze über die YTMs von Bonds gut verankerter Konzerne (etwa BASF) geschossen sind.
Also: auch diese Sätze sind nicht optimal für die Risk-Free rate.

5) Ich habe eigentlich immer Swap-Sätze verwendet (für nominalen Zinssatz). Dabei habe ich geschaut für welche Laufzeiten ich den Satz genau verwende und habe dann interpoliert.

6) Inflationsbereinigte Anleihen (Linker) haben unterschiedliche Laufzeiten. Es ist aber sicherlich korrekt zu sagen, dass es selten sehr lang laufende Linker gibt.
Vorsicht beim Schätzen der Inflationsrate aus Linker und Bonds. Grundsätzlich könnte man ja sagen, dass der Vergleich eines Linkers und eines Bonds mit gleichen Modalitäten (etwa Default Risk oder Laufzeit) die Inflationsrate ergibt:
Pi = (1 + YTM-nom)/(1+YTM-real) - 1 (sogenannte Break-Even Inflation).
Linker schützen ja insbesondere gegen unerwartete Anstiege der Inflation. Alles erwartete sollte ja per Definition eingepreist sein.
Im Umkehrschluss müsste ja dann bei den nominalen Anleihen eine Risikoprämie drin sein für den UNERWARTETEN Anstieg der Inflation: Also überschätzt die Break-Even Inflation tendentiell die erwartete Inflation.

7) Gescheit geredet, wenig ausgesagt: ich denke nicht, dass man einen globalen realen Zinssatz aus staatlichen Bonds und staatlichen Inflationsraten bestimmen kann. Höchstens schätzen und approximieren.
Ein Makro-Ökonom würde vielleicht vorschlagen die Wertschöfpung durch das eingesetzte Kapital zu teilen. Das wäre dann ja ein wirklicher realer Zinssatz.

Dani Näf
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AW: Globaler langfristiger Zinssatz

Ohje ... Danke für eure Inputs! Ist mir aber viel zu kompliziert ;-) Und so viel Zeit für einen "unwichtigen" Parameter meiner Arbeit aufzuwenden liegt nicht drin ... Deshalb nehme ich einfach aus der Literatur einen Satz von 5% oder so :-)

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Daniel Näf
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Marty Bishop
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AW: Globaler langfristiger Zinssatz

Wenn Du sagst "einen aus der Literatur", dann müsstest Du uns zu liebe schon noch etwas präzisieren;-)

Dani Näf
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AW: Globaler langfristiger Zinssatz

Na klar, gerne doch :-)

Ich nehme den, den Chapman in seinem 92er-Aufsatz "World oil: Hotelling depletion, or accelerating use?" benutzt hat. Ist leider etwas alt, evtl. finde ichnoch einen besseren, will heissen aktuelleren.

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Daniel Näf
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