Hi zusammen
Wann wird der Bama-Lehrstuhl eigentlich aufgelöst und welche Auswirkungen hat das auf den Finance, Controlling und Banking Schwerpunkt? Insesondere auf das Vorlesungsangebot! Weiss jemand etwas genaueres?
Hast Du die Bekanntmachung nicht gelesen?
Für Controlling wird ein eigener Lehrstuhl geschaffen. Dies ist imho eine gute Sache, denn ausser der Vorlesung Management Accounting gab es (zumindest in meiner Zeit) keine Controlling-Vorlesung.
Für Accounting wird ein eigener Lehrstuhl geschaffen, was ebenfalls sehr zu begrüssen ist. (Gehört zu den wichtigsten Punkten in einen Wirtschaftsstudium).
Bankmanagement à la Schierenbeck wird, so wie ich dies verstanden habe, nicht mehr angeboten.
Es wird in der Bekanntmachung angetönt, dass eigentlich das ganze Bankmanagement sowieso schon von anderen Lehrstühlen (partially) behandelt wird (jeder Lehrstuhl ein bestimmtes Thema). Es ist natürlich richtig, dass alle diese anderen Lehrstühle für das Banking elementare Werkzeuge und Zusammenhänge lehren (Beispiel: Zimmermann: Bond Pricing...).
Meine eigene Meinung: ich bin kein Anhänger des BaMa-Lehrstuhls und habe oft genug kritische Voten angeführt hier im Forum. Es ist allerdings eine Tatsache, dass Schierenbeck im ganzen deutschsprachigen Raum als eine sehr grosse Nummer in der BWL gilt. (Ob man mit ihm in der Lehre immer übereinstimmt ist eine andere Sache). Das man sich diesen Wettbewerbsvorteil einfach selbst kaputtmacht ist meiner Meinung nach ein Armutszeugnis fürs WWZ. Beispielsweise hätte man einen Schierenbeck in der Lehre nahestehenden Prof engagieren und etwa den Herrn Pohl mit Nachdruck auf die Habil puschen können.
Dass in der Bekanntmachung auch nicht ausdrücklich erwähnt wird, dass man in Zukunft bezüglich Banking einen anderen Weg einschlagen wird, ist sicherlich ebenfalls als Kritik anzuführen.
Zum Schluss:
Mit Finance hat dieser Lehrstuhl ja wenig zu tun. Der Schwerpunkt-Unterpunkt Finance (im FCB-Master) wird ja wie gehabt durch Zimmermann, Lengwiler, Gantenbein, Kind und ihre jeweiligen Assistenten abgedeckt.
Gruss
Die Bekanntmachung habe ich gelesen.
Wie du selbst schreibst, wird im Controlling-Bereich nur Management Accounting angeboten. Und das nennt sich dann einen Schwerpunkt u.a. in Controlling.
Auch habe ich gehofft, dass ich z.B. von BESS-Vertretern genaueres erfahren würde, insbesondere auch bezogen auf das Vorlesungsangebot, welches sich sicherlich verändern wird.
Nun erhält die Uni halt den 1 Millionsten Accounting-Lehrstuhl. Controlling und Accounting kann man nun wirklich an JEDER anderen Uni auch studieren. Banking war in dieser Form in Basel etwas Besonderes und z.T. auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
Dass man sich diese Kernkompetenz so kaputt macht, ist einfach nur dämlich: Meine Meinung. Zumal man mit Sicherheit einen adäquaten Kandidaten aus der Schierenbeck-Schule gefunden hätte.
Und das die Thematik an anderen Lehrstühlen abgedeckt wird, ist gelinde gesagt Schwachsinn. Wenn ich das Masterstudium betrachte, tauchen Banking-Themen allenfalls noch in den (zugegebenermaßen sehr guten) Praktikervorlesungen von Wegmann und Staub-Leibundgut auf. Bei Gantenbein fliegt das Thema Kredite und Kreditportfoliosteuerung z.B. regelmäßig als Allererstes aus der Vorlesung, weil er es nicht mehr schafft.
Finde es einfach nur traurig. Aber da ist wohl nichts mehr zu machen. Gehe davon aus, dass der Schwerpunkt über kurz oder lang umbenannt wird in Major in Accounting, Controlling and Finance oder ähnlich. C´est la vie.
@Solidgranit:
Ein paar Punkte zu Deinem Post:
1) Jede Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät sollte einen Accounting-Lehrstuhl besitzen. Accounting ist eine der zentralsten Disziplinen der Wirtschaftswissenschaften. Deshalb ist es gut, dass ein solcher endlich (stand-alone) geschaffen wird.
2) Schierenbeck's Interpretation des Themas Banking war in der Tat etwas einzigartiges und ein Wettbewerbsvorteil der Uni Basel, der nun zu nichte gemacht wird. (Disclaimer: das bedeutet nicht, dass ich selbst ein Fan davon bin). Einen (renommierten) SB-Ersatz zu finden ist allerdings nicht so einfach, denn die Thematik ist eng mit seiner Person verbunden. Allerdings hätte man den Pohl auf die Habil pushen können und dann ihn mit der Aufgabe betreuen können. Meiner Meinung nach ein Riesenfehler, dass man Pohl nicht gehalten und incentiviert hat. Absolut unglücklich. Wenn ich mir vorstelle, wie solche Berufungsverfahren ablaufen und dass da sogar Studenten (BESS) ihren Senf dazugeben konnten, dann wird mir schlecht...
3) Wenn Du sagst, dass die Banking-Thematik nicht an anderen Lehrstühlen abgedeckt wird, dann machst Du jedoch einen Gedankenfehler: Eine Bank ist ein Sammelsurium vieler Disziplinen. Themen wie sie etwa Zimmermann (Finanzmarkttheorie), Gantenbein (Investitionsrechnung), Kind (Corporate Finance), Lengwiler (Auktionen) usw. behandeln, sind je nach Art der Bank zentrale Bausteine der Geschäftstätigkeit.
Pohl? Ist hoffentlich nicht ernst gemeint?
@qwertzu:
Doch ist mein voller Ernst:
Er ist fachlich sehr kompetent und gilt als DER Ziehschüler vom SausB. Ich hatte nicht viele BaMa-Vorlesungen und die Thematik ist auch nicht wirklich mein Ding, aber der Eindruck vom Pohl war bei mir immer sehr gut.
Was führt Dich zu deinem Kommentar?
Wird eigentlich über eine Auflösung des FCB-Majors nachgedacht?
Ich hatte das Gefühl, dass sich die Uni mit dem FCB zu viel unter einen Hut bringen wollte. Wenn man 21 Punkte für einen Major braucht und dieser aus drei recht gut trennbaren Teilen besteht, bleibt die Spezialisierung völlig auf der Strecke.
Ja, da hast Du absolut recht. As a matter of fact: ich beschloss damals den Master ohne Major zu machen und habe einfach wahllos Fächer genommen, die mich interessiert haben. Im Zeugnis hatte ich dann aber trotzdem den FCB-Major (v.a. durch Finance), grade weil der ja so breit gestreut ist;-)
Denke aber nicht, dass sie diesen auflösen werden.
Fand Pohl einen der schlechteren Skriptvorleser.. Wär aber vielleicht anders gewesen, hätte er sein eigenes Skript vortragen können und nicht das von Schierenbeck...
Ich finde Pohl hätte die nächsten 20 Jahre BaMa 1 und 2 mit Schierenbecks Skript halten sollen. Das Skript war jetzt vermutlich auch schon ca. 20 Jahren bis auf die Jahreszahlen und ein paar selbst eingebauten Rechenfehler unverändert. Alternativ hätte man Schierenbeck auf CD aufnehmen können, dann hätte die Uni weiterhin mit seinem Namen werben können...
Apropos FCB
Ich kenne viele die diesen Major machen. Gibt es irgendwo Zahlen welcher eigentlich der am meisten vergebene Major ist? Denke FCB ist sicherlich ganz weit vorne.