Praktikum

Von der Jobsuche bis zum Praktikum/Job
(von Fabbri)

Einige von euch haben sich sicher schon über ein Praktikum bzw. die Jobsuche Gedanken gemacht. Ich werde euch hier über meine Erfahrungen bei der Suche nach einem Praktikumsplatz berichten. Die meisten Punkte gelten natürlich auch für die Suche nach einem normalen Einstiegsjob. Besonders über Praktika solltet ihr euch frühzeitig Gedanken machen, denn viele Firmen nehmen keine Absolventen. D.h. wenn ihr nach abgeschlossenem MSc ein Praktikum sucht, stehen die Chancen eher schlecht, man wird euch eher als Direkteinsteiger nehmen (Was an und für sich ja nicht schlecht ist). Allerdings solltet ihr bedenken, dass bei gewissen Stellen ein Praktikum vorausgesetzt wird. Je früher ihr euch mit der Karriereplanung beschäftigt, desto besser.

Als erste Stufe der Praktikums- oder Jobsuche ist es sinnvoll, sich die Fragen zu stellen: Was will ich genau (Art der Arbeit, welche Branche, welche Firma, welche Region etc.)?, Wann will ich anfangen bzw. wie lange soll das Praktikum dauern? und Was sind meine langfristigen Karriereziele / Wo will ich in 5 Jahren stehen? (diese Frage wird auch gerne bei Bewerbungsgesprächen gestellt)

Wenn ihr euch über die Innenperspektive klar seid, informiert euch über den Arbeitsmarkt. Schaut euch die Firmenhomepages an, lest die Hefte/Magazine die im WWZ aufliegen (z.B. Jobguide, dieser enthält Firmenportraits und die verschiedenen Berufsbilder), besucht die Homepages von Jobbörsen wie Diplom.ch (hat einen tollen Lebenslaufassistenten, der euch hilft, einen CV zu erstellen und euch direkt auf die Jobs zu bewerben) oder Hobsons.ch (auch hier finden sich gute Tipps zu CV, Bewerbungsgespräch etc. und es gibt viele Firmenportraits).

Eine weitere wichtige Informationsquelle sind natürlich Mitstudenten, welche schon ein Praktikum/Job gefunden haben, insbesondere wenn es auch bei einer Firma ist, die für euch in Frage kommt. Hier lohnt es sich, genau nachzufragen, wie das ganze Rekrutierungsverfahren abläuft. Werden (Online-)Tests gemacht und wenn ja, um welche Art von Tests handelt es sich (IQ-Test oder psychologische Tests/Persönlichkeitstests). Gibt es ein (strukturiertes) Telephon-Interview und welche Fragen werden gestellt (und welche Antworten kommen gut anJ). Wie läuft das Bewerbungsgespräch ab und welche Fragen werden gestellt? Was auch ganz wichtig ist: Wie ist die Firmenkultur und wie ist die Arbeit? Vielleicht habt ihr eine völlig falsche Vorstellung vom vermeintlichen Traumjob. Wenn ihr genau wisst, wie der Job ist, könnt ihr im Bewerbungsgespräch und im Motivation-Letter viel besser darauf eingehen, warum ihr unbedingt diesen Job bei dieser Firma wollt. Zum Schluss würde ich auch die, bei Schweizern zwar eher als indiskret empfundene, Lohnfrage stellen. In den meisten Stellenbeschreibungen steht nämlich unter Lohn nur marktüblich. Was genau marktüblich ist, liegt an euch herauszufinden. Wenn ihr wisst, was andere Leute in ähnlicher Position und Ausbildung verdienen, könnt ihr besser konkrete Lohnforderungen stellen bzw. die Fairness eines Angebotes besser Einschätzen. Um euch eine ungefähre Ahnung zu geben, was so an Lohn (für ein Praktikum, bei Direkteinstieg ist es mehr) drinliegt, hier die Zusammenfassung meiner Erfahrungen: Die tiefsten Angeboten fangen an bei 2500 CHF. Im Allgemeinen kann man aber mit ca. 3000-3500 CHF für BA-Studenten und ca. 4000 CHF für Studenten im Masterstudium rechnen. (eine Firma hat mal per Mail @stud.unibas.ch Praktikanten gesucht und Löhne ungefähr in dieser Höhe angegeben. Dies deckt sich mit meinen Erfahrungen). Beim Lohn gilt es allerdings zu bedenken, dass nicht nur die monetäre Lohnkomponente zählt. Ein Praktikum, das euch viel Erfahrung oder gute Referenzen bringt, kann sich langfristig lohnen, auch wenn der Lohn relativ tief ist.

Insbesondere wenn ihr euch schon für eine bestimmte Firma oder Branche festgelegt habt, macht es Sinn, mal rumzufragen, wer jemanden kennt der da arbeitet. Vielleicht hat eure Mutter eine Arbeitskollegin, deren Sohn/Tochter bei dieser Firma arbeitet oder der Vereinskollege von eurem Vater (Sportclub, Fanachts-Clique etc.) hat dort eine Kaderposition etc. Informiert euch also in eurem Verwandtschafts- und Bekanntschaftskreis, vielleicht lässt sich ja mal ein gemütlicher Grillabend o.ä. mit dieser Person arrangieren. Dies ist eine weitere Hilfe, um sich ein genaues Bild von der Firma und der Arbeit zu machen. Vielleicht stellt sich beim Gespräch heraus, dass der Job doch nicht so ist, wie ihr es euch vorgestellt habt oder aber ihr stellt fest, dass dieser Job genau das richtige für euch ist. Ihr kommt so auch an weitere wichtige Informationen wie z.B. welche Praktika bietet die entsprechende Firma an, bei wem könnt ihr euch bewerben etc. Ihr müsst euch aber auch im Klaren sein, dass besonders bei grossen Unternehmen der Einfluss einer einzelnen Person relativ klein ist, d.h. euer Insider kann vielleicht ein gutes Wort für euch einlegen oder euch intern vorschlagen, aber alle grossen Unternehmen haben hochkomplexe Rekrutierungsabläufe mit Checks-and-Balances um eine gewisse Chancengleichheit zu erreichen. Auch wenn ihr den Linienmanager persönlich kennt, ihr müsst normalerweise zuerst durch die HR-Leute überprüft werden (mit standardisierten Tests, strukturierten Interviews etc.).

Wenn ihr die in Frage kommenden Branchen/Firmen feststehen, könnt ihr euch an die Bewerbung machen. Aus eigener Erfahrung rate ich euch, wirklich genau zu überlegen, was ihr wollt (deshalb auch die lange Vorbereitung mit Informationen sammeln, Leute ausfragen etc.). Wenn ihr erst beim Bewerbungsgespräch feststellt, dass der Job doch nichts für euch ist, habt ihr schon viel Zeit und Energie verschwendet. Nehmt euch Zeit für eure Bewerbungsmappe, holt euch Informationen, wie man heutzutage eine Bewerbung schreibt (für akademische CV gelten andere Regeln als für normale Lebensläufe, man fängt z.B. mit der aktuellsten Ausbildung an, Primarschule etc. kann auch weggelassen werden usw.). Auch hier sei auf die einschlägigen Magazine verwiesen, die im WWZ aufliegen, denn sie enthalten viele gute Tipps. Auch bei Hobsons.ch und auf Diplom.ch hat es Tipps, Muster-CV’s und Motivationsschreiben und vieles mehr. Der Lebenslauf-Assistent bei Diplom.ch ist auch eine gute Sache. Ausserdem haben die Leute vom Diplom.ch an den letzten Career-Days einen Gratis Fotoservice mit einem Profi-Fotographen für den CV angeboten (die verdienen ihr Geld damit, Jobs zu vermitteln, darum wollen sie natürlich gute CV’s auf ihrer Seite haben, damit die Firmen auch bereit sind, für diesen Service zu bezahlen). An dieser Stelle sei auch auf die Wichtigkeit des Fotos hingewiesen: Das Foto ist so ziemlich das Erste, was man bei der Ansicht eurer Mappe ansieht. Wenn es zu viele Bewerbungen hat, um alle zu lesen, kann es sein, dass die Bewerbungen mit schlechten Fotos, unsauberer Darstellung, Rechtschreibefehler etc. sofort im Abfall landen. Besorgt euch also ein gutes Foto, es vermittelt meist den ersten Eindruck und entscheidet, ob der CV überhaupt gelesen wird.

Ich denke, dass bei der Bewerbungsmappe ein grosses Defizit unserer Ausbildung zum Vorschein kommt: Während die Real- und Sekschüler in der Schule lernen, eine Bewerbung zu schreiben, hat man das (zumindest bei uns in Muttenz) weder im PG noch im Gym je gelernt. Wenn ihr eine ungefähre Vorstellung von euren CV habt, besorgt euch alle notwendigen Daten und Dokumente (Zeugnisse etc.), am besten in elektronischer Form. Einige Firmen nehmen nur elektronische Bewerbungen an, andere bestehen auf Hardcopies. Ich bevorzuge elektronische Bewerbungen, da sie einiges günstiger sind und man auch Links (z.B. zu Seminararbeiten) einbauen kann. Am besten ihr besorgt euch ein PDF-Programm, damit könnt ihr alle Unterlagen in ein Dokument packen und ausserdem gibt es keine Kompatibilitätsprobleme. Ausserdem würde ich auf dem PC einen eigenen Bewerbungsordner mit den digitalisierten Zeugnissen und den CV- und Motivationsschreiben-Rohfassungen anlegen. Für jede Bewerbung kommt dann ein neuer Unterordner mit der definitiven Fassung von CV und Motivationsschreiben sowie der Stellenbeschreibung hinzu. Wenn ihr dann Rückmeldung erhaltet, habt ihr alle Informationen zur Hand. Wenn alle Dokumente bereit sind, dann könnt ihr euch auf Jobsuche begeben.

Die meisten Firmen schreiben Jobs fast nur noch per Internet aus, entweder auf der Firmenhomepage oder in Jobbörsen. Auf den Firmenhompages hat es, je nach Firma aufwändigere oder weniger aufwändige Formulare mit standardisierten Fragen. Ausserdem kann man direkt Dateien (Zeugnisse, CV, Motivationsschreiben, Diplome) hochladen. Normalerweise kann man einen Account erstellen, damit man nicht immer wieder alles ganz von vorne ausfüllen muss, wenn man sich auf eine weitere Stelle bewirbt. Meine Erfahrung zeigt allerdings, dass dies nicht immer so funktioniert, wie man sich das wünscht. Ich empfehle euch daher, aller längeren Antworten (Stärken/Schwächen, Erfolgserlebnisse usw.) in ein Word oder .txt File zu kopieren und das File in eurem Bewerbungsordner zu speichern.

Wenn ihr eine Stelle gefunden habt, die euch interessiert, dann lest die Stellenbeschreibung sorgfältig durch und passt die Rohfassung eueres Motivationsschreibens darauf an. Bei der Gelegenheit solltet ihr, wie bereits vorher angesprochen, die Stellenbeschreibung zu euren Akten legen (z.B. Copy-Paste ins Word), dann wisst ihr bei Rückfragen sofort, um was es geht. Insbesondere wenn ihr mehrere Bewerbungen offen habt, ist die wichtig, um die Übersicht zu behalten. Ausserdem könnt ihr euch so besser auf ein Interview vorbereiten, denn manchmal werden die Stellenbeschreibungen vom Netz genommen und dann ist es schwierig, sich optimal vorzubereiten. Da ihr euch vorher schon bei Insidern und im Netz über die Firma und den Job informiert habt, könnt ihr natürlich in der Bewerbung genau schreiben, warum ihr gerade für diesen Job bei genau dieser Firma geeignet seidJ. Wenn man sieht, dass ihr euch mit der Firma und dem Job auseinandergesetzt habt, desto besser. Standard-Bewerbungen, die ihr auch an jede x-beliebige andere Firma richten könnt, kommen nicht gut an. Geht auch auf die Anforderungen im der Stellenbeschreibung ein. Dabei müsst ihr unterscheiden, welche Anforderungen unerlässlich sind und welche zwar gewünscht, aber nicht unbedingt notwendig sind. Die unerlässlichen Anforderungen (Formulierungen wie: Vorraussetzung ist.., perfekte Kenntnisse in XYZ sind unerlässlich, erwartet werden) müsst ihr auf jeden Fall erfüllen, bei den optionalen (von Vorteil ist Erfahrung in) gilt, je mehr, desto besser. Die Stellenbeschreibungen sind oft recht vage (ich vermute, das ist mit Absicht so), zumindest konnte ich mir auf Grund der Stellenbeschreibung oft kein genaues Bild machen. Daher kann es von Vorteil sein, zuerst einmal anzurufen und ein paar Fragen zu stellen (z.B. Habe ich das richtig verstanden, dass..., Was genau ist gemeint mit). Je genauer eure Vorstellung vom Job, desto besser könnt ihr eure Bewerbung darauf anpassen. Falls ihr keine passende Stelle findet, könnt ihr es auch mit einer Spontanbewerbung probieren. Viele Firmen schätzen dies.

Wie es nach der Bewerbung weitergeht, ist von Firma zu Firma verschieden. Manche melden sich schon nach ein paar Tagen, bei anderen hat man schon das Gefühl, die Bewerbung ist gar nicht angekommen und plötzlich bekommt man nach 3 Monaten eine Mail oder wird angerufen. Normalerweise wird der Eingang der Bewerbung bestätigt und nach einiger Zeit wird man per Telephon oder Mail kontaktiert und bekommt ein Feedback. Falls ihr telephonisch kontaktiert werdet, gewöhnt euch an, sofort nachzufragen, wenn ihr etwas nicht verstanden habt. Besonders wenn das Telephonat überraschend kommt, versteht man den Namen der Person (oder sogar der Firma) nicht. Viele Leute haben die Angewohnheit, den eigenen Namen zu schnell/undeutlich zu sagen. Also fragt lieber sofort nach, dass ist keine Schande sondern damit zeigt ihr, dass ihr Interesse daran habt, mit wem ihr sprecht. Fragt, bis euch klar ist, mit wem von welcher Firma über welche Stelle ihr sprecht. Am bestem schreibt ihr euch den Namen auf, damit ihr bei Bedarf wisst, wen ihr kontaktieren könnt. Da ihr übersichtliche Unterordner in eurem Bewerbungsordner angelegt habt, wisst ihr natürlich sofort, um welche Stelle es geht, was die Anforderungen sind und was ihr in der Bewerbung geschrieben habt. Damit erspart ihr euch einige peinliche MomenteJ. Falls das erste Feedback positiv ist, wird normalerweise ein Termin für ein erstes Interview (Telephonisch oder direkt bei der Firma) mit der zuständigen Person vom HRM abgemacht. Diese Interviews sind i.d.R. strukturiert, d.h. es handelt sich um Standardfragen, die für alle gleich sind. Genauere Erklärungen, Diskussionen oder Nachfragen gibt es nicht und eure Antworten werden aufgeschrieben. Oft werden diese Antworten später noch von einer unabhängigen Person gegengecheckt, um eine faire Auswahl zu ermöglichen (kein Sympathiebonus o.ä.). Sorgt vor dem Interview dafür, dass ihr gut vorbereitet seid. Wegen den Insider-Infos habt ihr natürlich schon eine ungefähre Ahnung, was gefragt wird und ihr habt euch auch schon Gedanken über die Antworten gemachtJ. Gefürchtete Fragen sind z.B. die Schwächen (bitte keine Pseduoschwächen aus dem Lehrbuch, wie z.B. Ungeduld) oder wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Wenn das Interview per Telephon durchgeführt wird, sorgt dafür, dass ihr eure Ruhe habt, dass Telephon frei ist und ihr alle Unterlagen zur Hand habt. Auch ein Glas Wasser kann nicht schaden.

Falls auch hier das Feedback gut ist, müsst ihr oft einen oder mehrere Tests absolvieren (oftmals Online, manchmal auch direkt bei der Firma). Ihr ahnt, was jetzt kommt: Weil ihr euch im Vorfeld schon informiert habt, gibt’s am Test keine böse Überraschung, weil ihr schon eine Ahnung hat, in welche Richtung der Test gehtJ. Mögliche Tests sind Persönlichkeitstests, IQ-Tests, Rechenaufgaben, Englischtests usw.

Falls ihr die Anforderungen erfüllt, folgt normalerweise ein Gespräch mit dem Liniemanager, auf gut Deutsch eurem potentiellen Chef. Hier spielen viele Dinge eine Rolle, wichtig ist auch, ob ihr in das Team passt, wie sympathisch ihr dem Chef seid und viele andere Soft-Faktoren (die harten Fakten wurden ja schon vorher geprüft). Wichtig ist: ehrliches Interesse zeigen! Stellt ruhig Fragen, wenn etwas unklar ist (einfach nicht übertreiben und dutzende Fragen stellen, nur um Interesse zu heucheln).Überlegt euch auch, was für Fragen gestellt werden könnten. Wenn ihr euch z.B. für einen Job im Bereich M&A interessiert, ist es nicht schlecht, wenn ihr ein bisschen über die aktuellen Fusionen und Firmenübernahmen im Bild seid. Wenn ihr euch für Finanzmärkte interessiert, ist es gut zu wissen, welche Produkte gerade In sind (die Unterlagen von International Finance bieten hierzu eine gute Übersicht). Bedenkt auch, dass alle Teile eures CV’s angesprochen werden können. Wer behauptet perfekt Französisch, Englisch oder sonst eine Sprache zu beherrschen, muss damit rechnen, dass das Interview ganz oder teilweise in dieser Sprache geführt wird. Wer sagt, er sei an Kunst interessiert, kann auch an einen Kunstliebhaber geraten, der das ganze dann genauer wissen will: Wer ist ihr Lieblingskünstler, mögen sie Naturalismus oder doch eher Realismus Wer hier übertrieben (oder gelogen) hat, läuft ins offene Messer. Oft werden solche Fragen gestellt, um die Glaubwürdigkeit des Kandidaten zu überprüfen. Also bleibt bei der Wahrheit (bzw. sorgt dafür, dass ihr die richtigen Antworten parat habt).

Nach dem Bewerbungsgespräch heisst es erst mal warten. Normalerweise sollte man die Entscheidung in 1-2 Wochen haben. Falls sie positiv ist, gibt es normalerweise noch einen Termin, entweder mit dem Chef oder jemanden vom HR, dann wird euch der Vertrag vorgelegt. Wie lange es bis zur Entscheidung dauert, hängt davon ab, wie viele Kandidaten nach euch dran sind. Seid ihr der letzte, geht’s natürlich schneller. Ein weiterer Punkt ist, auf welchem Rang ihr seid. Normalerweise bekommt ihr erst eine Absage, wenn ein anderer Kandidat, der in der Wunschliste von Chef höher war als ihr, unterschrieben hat. Solange werdet ihr warm gehalten, denn es kommt immer wieder vor, dass ein Kandidat ein anderes Angebot annimmt. Dies ist ein Grund, warum mehrere Bewerber angehört werden. Wenn ihr also eine Absage bekommt, ist das normalerweise definitiv. Macht euch nicht allzu viele Gedanken, wenn’s die ersten paar Mal nicht klappt. Nach ein paar Vorstellungsgesprächen habt ihr eine gewisse Routine, kennt die Standardfragen und habt die passenden Antworten parat. Dadurch wirkt euer Auftreten sicherer und das macht einen guten Eindruck.

Hinzu kommt, dass wenn ihr es zum ersten Mal bis zur Linie geschafft habt, dass ihr sicher sein könnt, die grundsätzlichen Anforderungen der Firma zu erfüllen. Wenn ihr bei den HR-Leuten einen guten Eindruck hinterlassen habt, dann behalten sie oft auch euer Dossier in Griffnähe, denn ihr habt ja schon die Vorselektion überstanden. Die HR-Leute müssen ja die Linienvorgesetzten für die neu ausgeschriebenen Praktika/Jobs mit genügend geeigneten Kandidaten versorgen und wenn die Zeit zu knapp ist oder es nicht genug Kandidaten hat (oder die HR-Leute zu faul sind, nochmals X Dossiers durchzuarbeiten, Interviews zu führen usw.) können sie eurer Dossier bequem aus der Schublade ziehen und euch vorschlagen. Besonders bei Praktika ist das eine gute Chance, weil sie sich oft kurzfristig ergeben z.B. wurde der Arbeitsaufwand für ein Projekt unterschätzt, deshalb braucht es bald wie möglich zusätzliche Arbeitskraft, allerdings nur bis zum Abschluss des Projektes oder die Arbeitsauslastung ist saisonal bedingt (vor allem bei der Wirtschaftsprüfung).

Eine Anmerkung zum Schluss: Eine gute Planung lohnt sich, vor allem ist es eher unangenehm, wenn die Vorstellungsgespräche in die Prüfungsphase fallen. Das im Voraus schwierig abzuschätzen ist, wie lange es dauert, bis man einen Job gefunden hat bzw. bis der Vertrag auch unterschrieben ist, lässt sich das nicht immer vermeiden. Hinzu kommt, dass viele Praktika extrem kurzfristig (teilweise ASAP oder per sofort) ausgeschrieben werden, so dass es schwierig ist, langfristig zu planen. Trotzdem lohnt es sich, rechtzeitig Kontakte zu knüpfen und Informationen zu sammeln. Vor allem solltet ihr die Hoffnung nicht zu schnell aufgeben: Oft ergibt sich sehr kurzfristig eine Möglichkeit für ein Praktikum.