Liebe RealWWZler,
Lustige Texte habt Ihr zu meiner Veruntreuungsgeschichte geschrieben - mein ich ernst.
Würde trotzdem noch ein par Details klären: es bestand überhaupt keine akute Gefahr, dass alles aufgeflogen wäre (die Uni-und skuba-Buchhaltung ist null = inkomptent gewesen) - ich selbst aber konnte mit der Last nicht mehr leben. Im Einzelnen ist dies in folgendem Kurzbrief erläutert, den wichtige Personen an der Universität vor einigen Tagen erhielten:
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An ausgewählte Personen an der Universität Basel.
Sehr geehrter ...
Vor wenigen Tagen habe ich meinen dreimonatigen stationären Aufenthalt in der Universitätsklinik für Psychiatrie u. Psychotherapie in Freiburg i. Br. abgeschlossen. Währenddessen ist einiges passiert, was Sie direkt oder über die Medien erfahren mussten. Ich hatte mich an die skuba gewandt und von meinem Fehlverhalten berichtet, dies vor dem Hintergrund meiner bipolaren Erkrankung (manisch-depressiv). Leider wurde dem Krankheitsbild, in dessen Rahmen mein illegales Verhalten aus meiner und aus ärztlicher Sicht anzusiedeln ist, kaum Rechnung getragen. Der Vorfall wurde den Medien zugespielt und die Staatsanwaltschaft schaltete sich ein. In einem Brief, den Herr Prof. Dr. Berger (seineszeichens ärztlicher Direktor der Klinik und eine europaweite Chorephäe) an den skuba-Vorstand schickte sind Einzelheiten zu meinem Krankheitsverlauf aufgeführt und die Symptomatik manischer Phasen erklärt, welche neben grossem Aktivismus, geringem Schlafbedürfnis, Selbstüberschätzung, Ideenflucht, Gereiztheit und Sprunghaftigkeit vor allem unkontrollierte exzessive Geldausgaben, hemmungsloses Verhalten bis hin zu Realitätsverlust und starker Minderung der Steuerungsfähigkeit und der Geschäftstüchtigkeit aufweist. Die Depression als unmittelbare Folge der Manie kehrt dies nun alles um - monatelang war und bin ich von Schuld, Scham und Reue erschlagen und die Einweisung in die Klinik hat mein Leben gerettet.
Ich wende mich an Sie, um mein äusserstes Bedauern auszusprechen. Ich bin zutiefst beschämt und möchte mich soweit es geht entschuldigen.
Ich erwarte keinerlei Mitleid, möchte mich nicht vom Täter zum Opfer machen. Ich möchte mich jedoch erklären und hoffe nicht auf Verständnis, aber auf eine relativierte Sichtweise meines Vergehens.
Mit freundlichem Gruss,
xxx
ist in meinen Augen üble Nachrede, wenn du behauptest die Uni- und skuba-Buchaltung sind inkompentent. Wenn du nicht den Mumm hast uns (dem skuba Vorstand) das selber zu sagen, sondern einfach in Foren flammst, bestätigst du nur den Eindruck, dass deine Krankheit dich unzurechungsfähig macht.
Lieber [memyselfandi],
Ich freue mich wirklich darüber, dass es dir wieder besser geht! Die Hintergründe für dein Verhalten waren denjenigen die dich besser kennen bereits bekannt. Wir konnten diese aber schon alleine aus Datenschutzgründen nirgends veröffentlichen; das darfst nur du aus meiner Sicht.
Ich habe dir daher persönlich auch nie wirklich die Schuld einer vorsätzlichen Hinterziehung zugeschrieben. Das was passiert ist, ist aus meiner Sicht auf verschiedene Faktoren zurückzuführen.
Der Grund, dass die Uni-Buchhaltung dir nie auf die Schliche gekommen ist, lag wohl nicht zuletzt daran, dass das universitäre Finanzcontrolling mit 3 Personen derart unterbesetzt ist, dass sie primär diejenigen Stellen kontrollen, welche ihr Budget überziehen (was bei der skuba in den letzten Jahren nie der Fall war).
Andere Problem ergaben sich - aus meiner Sicht - durch eine Person B, die dir zuviel (mE blindes) Vertrauen und Arbeit in den finanziellen Angelegenheiten der skuba überlassen hat; in einem derartigen Ausmass, welches sie nie hätte tun dürfen; leider haben auch die Kontrollmechanismen der skuba bei dieser Person B wohl etwas versagt. Andererseits hat Person B auch immer mit Informationen gegeizt und die Kontrolleure haben auf einer rein intrinsischen [unentgeltlichen] Motivation gearbeitet, sodass es fraglich ist wieviel Schuld man ihnen anlasten kann.
Ob eine "akute Gefahr" bestand, kann im Nachhinein nur schwerlich festgestellt werden.
Ich gehe davon aus, dass ein bestimmter Fehlbetrag in der Jahresrechnung 2008 wohl zumindest einigen Mitgliedern des Studierendenrates aufgefallen wäre.
Da es sich bei der skuba um eine öffentlich-rechtliche Körperschaft handelt, stand die Frage ob der Vorfall der Staatsanwaltschaft gemeldet werden sollte nie zur Debatte, da es sich hierbei um ein Offizialdelikt handelt. Es war daher auch klar, dass der Fall bekannt werden würde; unsere Mitglieder - die Studis - haben ein Recht darauf zu erfahren, was vorgefallen ist und eine proaktive Informationsstrategie war sicher besser als irgendeine andere "Lösung".
Ich hoffe, dass der skuba so etwas nie wieder passieren wird, mit den Massnahmen die unterdessen ergriffen wurden.
Ich akzeptiere deine Entschuldigung vollkommen. Ich hoffe, dass du nicht übermässig an dieser Sache leiden musst und nicht in ferner Zukunft vor ähnlichen Problemen stehst, aufgrund deiner Krankheit. Ich glaube nicht, dass ich deine Situation als Aussenstehender jemals wirklich nachvollziehen kann, aber ich habe dich deswegen nie als "Bösewicht" markiert.
Liebe Grüsse und schöne Festtage
Patrick Mächler