Die UBS-Krise

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Dani Näf
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Ich möchte ja gerne eine Diskussion zur momentanen Krise der UBS starten, leider fehlen mir dazu etwas die Kenntnisse. Berentsen sprach sich gestern im 10vor10 des SF für eine vorübergehende Verstaatlichung der UBS aus (so ab Mitte des Clips, auf www.sf.tv -> Sendungen A-Z -> 10vor10). Eine gute Idee?

S. aus B.
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AW: Die UBS-Krise

berentsen ist ja ein guter ökonom und institutionell mag er recht haben ("wer zahlt befiehlt" oder so).

aber ich denke, dass er zu unpolitisch denkt: sobald in der schweiz eine hohe staatsbeteiligung besteht, wird das parlament in die geschäftspolitik eingreifen wollen. die parlamentarier werden viele "gute" ideen haben, z.b. mehr kredite an kmus, günstige hypotheken und so weiter. fatale folgen...

wohin das führen wird? es lohnt sich, mal nach "berner kantonalbank" und "dezennium ag" zu googeln... in grossbritannien sieht man auch schon die folgen (geschäftspolitik der "northern rock").

deshalb glaube ich, dass berentsens idee eine schlechte ist, die nur als allerletzte lösung genutzt werden sollte, wenn sie unabwendbar ist.

besser wäre es, wenn man ex ante, also vor der rettung oder am besten schon vor der krise, harte bedingungen für die staatsbeteiligung definiert hätte. vielleicht lernt man daraus was für die nächste krise. hier übrigens ein interessantes (ganz und gar untechnisches) papier dazu: http://faculty.chicagobooth.edu/brian.barry/igm/FedResChi0908.pdf

Marty Bishop
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Beigetreten: 26.12.2008
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AW: Die UBS-Krise

Ich bin normalerweise auch nicht unbedingt ein Fan von gewissen Forderungen an die Privatwirtschaft gewisser Parlamentarier und wenn ich Arena schaue, überkommt mich des öfteren der Graus.
Dies mal als preliminary Statement.

Der Staat als neuer UBS-Mehrheitsaktionär ist die letzte Lösung, die in Betracht gezogen werden soll, wenn denn die UBS einen derart grossen Liquiditätsengpass hätte oder ihr Eigenkapital so drastisch zusammenschmelzen würde und die UBS quasi rekapitalisiert werden müsste (was ich allerdings im Moment nicht glaube). Das stimmt sicherlich.
Nur: gäbe es überhaupt eine andere Lösung?
Private Investoren, die eine verwässernde Kapitalerhöhung mittragen würden (wenn die UBS rekapitalisiert werden müsste wäre die Verwässerung gewiss immens)? Kaum.
Pensionskassen und andere institutionelle Investoren, die einen substantiellen Teil einer Kapitalerhöhung tragen würden? UBS-Aktien zählen momentan zu hochriskanten Papieren. Dazu kommt, dass viele Versicherungen ihren Aktienanteil sowieso auf quasi null reduziert haben.
Hedge Funds: bekommen im Moment wenig Fremdkapital und haben mit ihren eigenen Margin Calls sowieso schon genug zu tun. (Frage: wie (wenn überhaupt) ändert sich die Regulierung für einen Hedge Funds wenn er eine Bank besitzt? Da bin ich überfragt.) Und seien wir ehrlich: ohne Leverage interessiert die ja prinzipiell nichts.
Staatsfonds: muhuahahahahaha...denen ist die Lust vergangen: als die erste grosse Abschreibungswelle die Banken überrollte, da sprangen die Sovereign Wealth Funds als Kapitalgeber ein oft über Pflichtwandler. Die Wandelpreise sind substantiell über den heutigen Aktienkursen. Dazu kommt, dass die meisten Staatsfonds proklamieren, dass sie reine Finanzinvestoren sind, die keinen operativen Einfluss haben wollen. Deshalb kommen dann meist nur Minderheitsbeteiligungen in Frage.
M&A (andere Banken). Die haben ja meist selbst Kapitalbedarf und die UBS wäre ein grosser Brocken (auch wenn die Kurse sehr tief sind). Früher wurde ja immer HSBC ins Spiel gebracht und nun bittet diese ja selbst um eine Rekord-Kapitalerhöhung. Plus, der politische Widerstand wäre ws so gross, dass dann auch wieder der Staat einspringen würde, womit wir wieder bei der letzten Lösung wären.

Summa Summarum, Verstaatlichung wäre nicht die letzte sondern die einzige Lösung.

Und dann hat Berentsen recht: wer besitzt, der befiehlt!

Um auf die Aussage ganz zu Beginn zurückzukommen: im Moment nervt mich halt trotzdem ein wenig, dass die ganze Zeit gesagt wird, dass der Staat ein schlechter Unternehmer ist. Um nun total ins Stammtischmässige abzudriften: sind die grossen Bankbosse (die Ospels, Fulds, Princes und wie sie alle heissen) denn wirklich besser?
Ich glaube auch im Parlament ist die Spar- und Leihkasse Thun ein Begriff. Was zu günstige Hypotheken ausrichten können haben wir (und das Parlament auch) ja kürzlich in den USA gesehen.

Wenn der Staat eine glaubwürdige Exitstrategie hat (die vorher genannten Investoren werden ws nach ein paar Jahren schon wieder aufs Parkett zurückkommen), die Bürgerlichen (und damit meine ich nicht die Zürcher SVP) die Fetz's, Levrat's usw der CH-Politszene erfolgreich in Schach halten können, dann glaube ich nicht, dass er mehr Schaden anrichten kann als in den letzten Jahren passiert ist.

Walter
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Beigetreten: 22.03.2009
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AW: Die UBS-Krise

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